Nach langer Überlegung und Planung habe ich mich endlich dazu entschlossen, einen eigenen Unraid Server über die Weihnachtszeit aufzusetzen.
In diesem Blogpost möchte ich zeigen, welche Hardware ich zusammengestellt habe und welche Überlegungen hinter
meinen Entscheidungen stecken. Dabei habe ich bewusst auf vorhandene Komponenten zurückgegriffen, um die Kosten im
Rahmen zu halten, und nur das Nötigste neu gekauft.
Was ist denn Unraid?
Unraid ist ein Betriebssystem für Server, das speziell für Network Attached Storage (NAS) und virtuelle Maschinen entwickelt wurde. Es bietet eine flexible Speicherlösung, die Festplatten unterschiedlicher Größe kombinieren kann und dabei Paritätsschutz für Datenredundanz bietet. Im Gegensatz zu herkömmlichen RAID-Systemen können Festplatten einzeln hinzugefügt oder entfernt werden, ohne dass der gesamte Array neu aufgebaut werden muss.
Einer der größten Vorteile von Unraid ist seine Benutzerfreundlichkeit – auch für Einsteiger geeignet, bietet es gleichzeitig genug Funktionen für fortgeschrittene Nutzer. Über Docker können Container einfach verwaltet werden, und virtuelle Maschinen lassen sich unkompliziert einrichten.
Meine Ziele mit dem Unraid Server
Bevor ich mit der Planung begann, habe ich mir genau überlegt, was ich mit meinem neuen Server erreichen möchte. Die
Anforderungen waren klar definiert.
NAS-Funktion für Backups
Ein Hauptgrund für den Unraid Server ist die zentrale Speicherung und Backup-Funktion:
- PC Backup: Regelmäßige Sicherungen meiner Arbeits-PCs, um Datenverlust zu vermeiden
- Web-Projekte Backup: Sicherung aller laufenden Webentwicklungs-Projekte an einem zentralen Ort
- WordPress Backups: Backups meiner WordPress-Installationen und Datenbanken
- Weitere wichtige Dateien: Zentrale Ablage für Dokumente, Konfigurationsdateien und andere
kritische Daten
Medienserver
Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich ist die Verwaltung meiner Medien:
- Bilder: Zentrale Speicherung aller Fotos mit geplantem Umstieg auf Immich als
Foto-Management-System - Musik: Digitale Musiksammlung, die zentral verwaltet und abgerufen werden kann
- Weitere Medien: Video-Content und andere Medieninhalte
Adblocking für das gesamte Netzwerk
Um Werbung im gesamten Heimnetzwerk zu blockieren, plane ich die Installation eines Adblockers:
- Pi-hole oder AdGuard: Netzwerkweites Blockieren von Werbung und Tracker auf allen Geräten ohne
zusätzliche Software - Verbesserte Privatsphäre: Schutz vor Tracking und lästiger Werbung
Wie bin ich auf Unraid gekommen?
Auf Unraid bin ich durch YouTube-Videos gestoßen. Der Kanal AlienTech42 wurde mir immer wieder vorgeschlagen, und nachdem
ich einige Videos angeschaut hatte, war ich von den Möglichkeiten begeistert. Die klaren Anleitungen und die
Community haben mich überzeugt, es auszuprobieren.
Hardware-Anforderungen und Zusammenstellung
Bei der Hardware-Planung habe ich bewusst auf vorhandene Komponenten zurückgegriffen und nur das Nötigste neu
gekauft.
Das Basis-System
Ich nutze einen bereits vorhandenen PC, der für diese Aufgabe perfekt geeignet ist:
- Gehäuse: Fractal Design Define R5 – bietet ausreichend Platz für mehrere Festplatten und ist
für einen Server-Betrieb geräuschoptimiert - Mainboard: ASUSTeK COMPUTER INC. Z170 PRO GAMING
- Prozessor: Intel® Core™ i7-6700 CPU @ 3.40GHz – vermutlich etwas übertrieben für meine
Anforderungen, aber bietet ausreichend Leistung für Docker-Container und virtuelle Maschinen - Arbeitsspeicher: 16 GiB DDR4 – genug für meine geplanten Anwendungen
- Cache-SSD: m.2 Samsung SSD 970 PRO 512GB – sorgt für schnellen Zugriff auf häufig genutzte
Dateien
Das System ist wahrscheinlich etwas overkill für einen reinen NAS-Betrieb, aber bietet genug Spielraum für zukünftige
Erweiterungen und Container.
Neue Hardware-Komponenten
Neben dem bestehenden System musste ich einige neue Komponenten anschaffen:
USB-Stick für das Betriebssystem
Unraid läuft direkt von einem USB-Stick, was den Vorteil hat, dass keine interne Festplatte für das Betriebssystem
benötigt wird:
- Größe: Maximal 2 GB werden benötigt – ich habe einen USB 3.0 Stick gewählt für bessere
Performance - Wichtig: Dieser Stick sollte von guter Qualität sein, da er dauerhaft im Server verbleibt
Festplatten für den Speicherpool
Für einen funktionierenden Unraid Server braucht man mindestens zwei Festplatten:
- Parity-Festplatte: Diese sollte die größte Kapazität haben, da sie für die Datenredundanz
sorgt. Alle anderen Festplatten können nicht größer sein als die Parity-Platte - Daten-Festplatte: Die eigentliche Festplatte für die Datenspeicherung
Ich habe mich für zwei identische Seagate Exos Festplatten (Factory Recertified/refurbished) entschieden. Refurbished
Festplatten sind günstiger, und ich hoffe, dass sie keine Probleme machen werden. Die Exos-Serie ist für den
Server-Betrieb ausgelegt und sollte zuverlässig sein.
USV für Stromausfall-Schutz
Um Datenverlust bei Stromausfällen zu vermeiden, habe ich eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) angeschafft:
- Modell: APC Back UPS PRO USV 1500VA Leistung – BR1500G-GR
- Vermutlich auch Overkill: Die 1500VA sind mehr als nötig, bieten aber genug Zeit für einen
sauberen Shutdown des Servers - Schutz bei Stromausfällen: Falls der Strom ausfällt, sorgt die USV dafür, dass der Server
ordentlich herunterfährt und keine Daten beschädigt werden
Software: Die Unraid-Lizenz
Unraid ist nicht kostenlos, aber die Investition lohnt sich meiner Meinung nach:
- Lizenzmodell: Unraid bietet verschiedene Lizenzstufen abhängig von der Anzahl der Festplatten
- Meine Wahl: Ich habe mich direkt für die Lifetime-Lizenz entschieden, um nicht regelmäßig
zahlen zu müssen - Warum es sich lohnt: Der Support, regelmäßige Updates und die umfangreichen Funktionen
rechtfertigen die Kosten
Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Die Hardware ist zusammengetragen und der Plan steht. Im nächsten Schritt geht es um die Installation und Konfiguration von Unraid. Ich werde berichten, wie die Einrichtung verlaufen ist und welche ersten Herausforderungen sich ergeben haben.